Im Lexikon steht: Boden ist die oberste belebte Verwitterungsschicht der Erde. Aber Boden ist viel mehr. Er ist Lebensraum für eine kaum vorstellbare Zahl von Tieren und Pflanzen. In nur einem Quadratmeter Boden leben bis zu 100.000 Milben, circa 50.000 Springschwänze, mehrere 100 Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßer, Käfer und Insektenlarven sowie schätzungsweise 100 Billionen (100.000.000.000.000) Bakterien und 100 Milliarden (100.000.000.000) Pilze. Sie sind verantwortlich für den Abbau organischer Abfälle. Ohne sie gäbe es keine Böden! Und Böden sind für uns Menschen von großer Bedeutung: Auf ihnen bauen wir in der Landwirtschaft unsere Nahrung an, gewinnen wir Holz in der Forstwirtschaft, wir nutzen sie als Baugrund und gewinnen aus ihnen Rohstoffe wie zum Beispiel Sand, Kies und Lehm.

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Wasser und Boden sind untrennbar miteinander verbunden. Ein großer Teil der Niederschläge versickert im Boden und ergänzt die unterirdischen Wasservorräte, das Grundwasser. Gleichzeitig "filtert" der Boden das Wasser:
Auf seinem Weg zur Erde nimmt der Wassertropfen zahlreiche Stoffe auf, die sich in der Luft befinden. Er reinigt somit die Luft, wird aber selbst mit Staub, Biozidrückständen und Abgasen wie Schwefeldioxid oder Stickoxiden und anderen Stoffen angereichert. Wenn ein Tropfen versickert, so hängt es von der Beschaffenheit des Bodens ab, wie sauber er im Grundwasser ankommt. Beim Durchströmen des Bodens wird das Wasser mechanisch gefiltert. Je feiner die Poren des Untergrunds sind und je länger das Wasser im Boden fließt, desto gründlicher wird es gereinigt. Ein Teil der Stoffe, die im Sickerwasser enthalten sind, wird biologisch abgebaut: Pflanzen nehmen sie über ihre Wurzeln als Nahrung auf und die zahlreichen Mikroorganismen im Boden bauen organische Stoffe, auch Schadstoffe, ab. Das Wasser wird auf seinem Weg durch den Boden auch auf chemischem Wege gereinigt, indem zum Beispiel die gelösten Salze (Ionen) zurückgehalten und gegen andere Ionen ausgetauscht werden. Dies geschieht insbesondere an den Tonmineralien, die durch diesen Ionenaustausch verhindern können, dass schädliche Stoffe ins Grundwasser gelangen. Dieses Prinzip des "natürlichen Wasserfilters" macht man sich übrigens auch in der Wasserwirtschaft zu Nutze. So wird beispielsweise nicht so stark verschmutztes Regenwasser in Bodenfiltern gereinigt, bevor es in den Bach oder Fluss gelangt.
Die Filterfunktion des Bodens einmal ganz anders - Lakritzkonfekt und Gummibärchen, eine schöne Vorstellung: Die Bestandteile des Regenwassers bestehen aus Lakritzkonfekt und Gummibärchen, und nun soll das Wasser - wie auf seinem Weg durch den Boden - gereinigt werden. Eine tolle Aufgabe:
Zunächst wird das Wasser mechanisch gefiltert, alle großen Lakritzstücke werden aussortiert. Dann kommt der biologische Abbau. Hier gibt es wie in der Natur "Spezialisten", die eine bestimmte Sorte bevorzugen und sie als "Nahrung" aufnehmen. Und als Ionenaustauscher dienen die Gummibärchen mit ihren unterschiedlichen Farben: Ein rotes wird als "Schadstoff" entnommen und gegen ein grünes "Ion" ausgetauscht. Der Fantasie sind beim "Filtern" keine Grenzen gesetzt. Und zum Schluss bleibt tatsächlich noch etwas im "Grundwasser" über. Fehlte die Zeit, oder mochte keiner den Rest?

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Grundwissen
"Wasser"